Wer nicht klar unter-scheiden kann,

etwas nicht sicher trennen kann,


muss erst einmal lernen,

etwas klar zu trennen,

sicher zu unter-scheiden.

Erst wenn er bereit ist,

er in der Lage ist,

er auch gewohnt ist,

klar zu unter-scheiden,


kann er anfangen,

nicht mehr zu trennen,

nicht mehr zu unter-scheiden.


Wenn er dann in der Lage ist,

wenn er gewohnt ist,

nicht mehr zu unter-scheiden,


kann er anfangen,

wieder auch zu unterscheiden.



Wer ungerecht urteilt,

verführt durch Mögen und Nicht-Mögen,


muss erst einmal lernen,

gerecht zu urteilen.

Erst wenn er bereit ist,

er in der Lage ist,

er auch gewohnt ist,

gerecht zu urteilen,

kann er anfangen,

(gar) nicht mehr zu urteilen,

zu lieben, was ist.


Wenn er dann in der Lage ist,

wenn er gewohnt ist,

nicht mehr zu urteilen,


kann er anfangen,

wieder auch zu urteilen.



Wer un-entschlossen ist,

sich nicht ent-scheiden kann,


muss erst einmal lernen,

sicher zu ent-scheiden.

Erst wenn er bereit ist,

er in der Lage ist,

er auch gewohnt ist,

(sich) klar zu ent-scheiden,


kann er anfangen,

nicht mehr zu wählen,

nicht mehr zu ent-scheiden.


Wenn er dann in der Lage ist,

wenn er gewohnt ist,

nicht mehr zu wählen,


kann er anfangen,

wieder auch zu wählen,

sich auch wieder zu entscheiden.

(Rudolfo Kithera, Weg und Nicht-Weg, Teil II, S. 144)




Dieses Gedicht spricht von Schritten und Stufen des Urteilens, Unterscheidens und Entscheidens. Und es wirkt vielleicht zunächst eher wie eine Frage statt eine Antwort. In den folgenden Kapiteln habe ich mich bemüht, die Fragezeichen aufzulösen und in Punkte und Ausrufezeichen zu verwandeln.






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